Graffiti - "ganz ehrlich?"

Männer lügen häufiger als Frauen und Alt ist ehrlicher als Jung. Das ergab eine Studie des Max-Planck-Instituts. Aber warum lügen wir? Wen belügen wir und in welcher Situation? Hierüber gibt eine wissenschaftliche Umfrage Aufschluss - mit verblüffenden Ergebnissen.

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"Natürlich mag ich deine Mutter", "Ich kann heute leider doch nicht, ich muss lange arbeiten", "Klar spreche ich fließend Spanisch, so steht es ja in meinem Lebenslauf": Ob Notlüge, Übertreibung, Bluff, Schmeichelei, Selbstbetrug oder Heuchelei. Die Gründe zur Unehrlichkeit sind so unterschiedlich wie die Lügner selbst. 2016 wurden zu diesem Thema 1.024 Deutsche für eine Studie befragt.

Wen belügen wir und warum?

Auf die Frage ob sie am Vortag gelogen haben, antworteten mehr als die Hälfte der Deutschen mit ja. Dabei lügen die Deutschen anscheinend ohne Scham und Rotwerden. Knapp drei Viertel der Befragten gab an, jemanden im direkten Gespräch belogen zu haben und jeweils ein Viertel hat schriftlich oder übers Telefon geflunkert.

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Die Top 7 der Gründe für Lügen:

  • 1. Platz: Jemanden aufmuntern/ eine Freude bereiten (49%)
  • 2. Platz: Fleiß/ Engagement vortäuschen (40%)
  • 3. Platz: Menschen vermeiden/ in Ruhe gelassen werden (39%)
  • 4. Platz: Zum Schutz/ Trost spenden (37%)
  • 5. Platz: Gemocht werden/ dazu gehören (26%)
  • 6. Platz: Fremde Ideen/ Leistungen als eigene ausgeben (22%)
  • 7. Platz: Lebenslügen verbergen (21%)
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Am häufigsten werden Bekannte belogen, denen von knapp der Hälfte der Befragten am Vortag die Unwahrheit erzählt wurde. Auf dem zweiten Platz lag mit rund einem Drittel der Partner. Wenn also die Freundin, der Freund, der Mann oder die Frau erzählt, wie toll Sie sind oder dass Ihr neues Outfit super aussieht, sollten Sie aufhorchen. Denn der meist genannte Grund für das Lügen ist, jemanden aufzumuntern oder ihm eine Freude zu bereiten. Rund die Hälfte der Lügner log mit der ehrenwerten Absicht, anderen ein gutes Gefühl zu geben.

Außerdem versuchten zwei Fünftel der Befragten fleißiger und engagierter zu wirken als sie wirklich waren. Da werden aus acht Stunden Arbeit schnell zwölf und die Mittagspause hat man auch nicht machen können. Fast genauso viele taten so, als hätten sie keine Zeit, wenn sie in Wahrheit ihre Ruhe haben wollten.

Lügen im Berufsleben

Auch in der Bewerbung wird gerne nachgeholfen. Rund ein Viertel der Männer und ein Fünftel der Frauen hübschen ihre Vita auf, um sich bessere Jobchancen zu verschaffen. Ansonsten wird im beruflichen Umfeld hauptsächlich kollegial gelogen. Vier von zehn der Befragten würden lügen, um einen Kollegen zu schützen, nur ein Bruchteil gibt Mitarbeitern falsche Informationen oder macht andere vor dem Vorgesetzten schlecht, um besser dazustehen.

Im deutschlandweiten Vergleich wird in den Neuen Bundesländern deutlich mehr gelogen. Am Verlogensten mit durchschnittlich 15 Lügen am Tag war dabei Thüringen. Hamburger sind mit täglich vier Lügen die ehrlichsten Häute Deutschlands.

Sendung: hr1, hr1 Koschwitz am Morgen, 23.1.2019, 5 Uhr

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