Netzabdeckung
Ein Funkturm. Über die Standorte dieser Anlagen informiert die Bundesnetzagentur. Bild © picture-alliance/dpa

Eine App um Funklöcher zu melden? Gibt es in der Art schon. Wer wissen will, wo Deutschland kein Netz hat, kann sich darüber prima im Internet informieren. Wir erklären wo und wie.

Mit seiner Idee, eine App entwickeln zu lassen, mit der man Funklöcher melden kann, handelte sich Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) jede Menge Hohn und Spott ein. Ein Funkloch per App melden, wenn man kein Netz hat - dieser Vorschlag sorgte bei Vielen für Erheiterung.

Am 12 Juli trifft sich Scheuer nun mit Vertretern der Länder und der drei großen Mobilfunkkonzerne zu einem "Funklochgipfel". Ziel ist es, diese Löcher zu schließen. Zudem sollen die Bedingungen verhandelt werden, zu denen Anfang 2019 die Frequenzen für den schnelleren Mobilfunkstandard 5G versteigert werden sollen. "Wir haben die Pflicht, dafür zu sorgen, dass die Bürger nicht im Funkloch stecken bleiben", sagte der Minister der Funke-Mediengruppe.

Wie und wo findet man Funklöcher

Doch benötigt Deutschland wirklich die von Scheuer angeregte Funkloch-App? Und wie viele und wie große Funklöcher gibt es überhaupt und wo befinden sich diese?

Breitbandmessung
Deutschlandkarte auf breitbandmessung.de. Blau: Download in Mbit/s größer als 50. Hellgrün: zwischen 8 und 18 Mbit/s. Bild © Screenshot breitbandmessung.de

Mobilfunknutzer können sich bereits bei der Bundesnetzagentur über die Standorte von Funkanlagen informieren. Darüber hinaus bietet das Portal breitbandmessung.de die Möglichkeit, die Verfügbarkeit von stationären und mobilen Breitbandanschlüssen zu testen. Dort kann man seinen ganz persönlichen Test je nach Region, Mobilfunkanbieter und Bandbreiteklasse durchführen. Das Ganze funktioniert auch per kostenloser App "Breitbandmessung".

Auch die Mobilfunkkonzerne dokumentieren ständig ihre Netzabdeckung. Auf deren Webseiten findet man die entsprechenden Karten. Die Links haben wir in einer Infobox für sie zusammengefasst.

Weitere Informationen

Unter diesen Links finden Sie die Informationen zur Netzabdeckung der drei grossen Mobilfunkanbieter.

Ende der weiteren Informationen

Die Politik muss diese Karten und all diese Informationen also nur lesen, auswerten und die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Denn schon 2015 gaben die drei Telekommunikationsunternehmen das Versprechen, bis Ende 2019 98 Prozent der deutschen Bevölkerung mit dem schnellen mobilen Breitband (LTE oder 4G) zu versorgen. Noch hat kein Konzern diesen Wert völlig erfüllt. Doch während Telekom und Vodafone realistische Chancen haben, das Ziel zu erreichen, hinkt Telefonica hinterher.

Audiobeitrag

Podcast

zum Artikel auf hr-inforadio.de "Hallo aus dem Funkloch"

Ende des Audiobeitrags

Was der Funklochgipfel also bringen wird, ist völlig offen. Die Opposition nennt das Treffen schon jetzt "eine weitere Showveranstaltung der großen Koalition" - wie es der digitalpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Manuel Höferlin, formulierte.

Schnelles Internet: Warum Deutschland hinterherhinkt. Mehr dazu auf tagesschau.de

Sendung: hr1, hr1 Start, 12. Juli 2018, 6 Uhr

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