Wolfgang Thierse

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Rundumschlag: Wolfgang Thierse kritisiert die SPD

Der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) kritisiert im Gespräch mit hr1 die "selbstzerstörerischen Aktivitäten" innerhalb der sozialdemokratischen Partei. Nahles' Rücktritt bezeichnet er derweil als "wirkliche Erschütterung".

Laut Thierse sei es im Fall Andrea Nahles selten um inhaltliche oder sachliche Auseinandersetzungen, sondern vielmehr um "persönliche Angriffe, Herabsetzungen und Durchstechereien" gegangen.

Thierse: "Das ist Zerstörung von Vertrauen"

Selbst in den Fraktionssitzungen der SPD seien zuletzt immer wieder Interna bewusst nach außen getragen und verpetzt worden. Es könne nicht sein, dass vertrauliche Gesprächsinhalte bereits einige Tage später im Spiegel und anderen Tageszeitungen veröffentlicht würden.

"Das ist Zerstörung von Vertrauen. Daran waren ganz wesentlich Bundestagsabgeordete der SPD beteiligt - das ist schlimm", so Thierse weiter. Auch Juso-Chef Kevin Kühnert habe wesentlich zu diesem schlechten Stil der Auseinandersetzung beigetragen. Kühnert solle sich nicht für die Partei, sondern "für sich selbst schämen".

"Die SPD macht sich unglaubwürdig"

Innerhalb der SPD fehle es an Geschlossenheit, Zusammenhalt und Vertrauen. Die Werte, für die die Partei stehe, seien derzeit nirgendwo zu spüren. "Wenn die SPD keine Solidarität vorlebt, macht sie sich unglaubwürdig. Das sind selbstzerstörerische Aktivitäten", warnt Thierse.

Moment des "tiefen Erschreckens" nutzen

Auch persönliche Schuldzuweisungen seien der "bequeme und falsche Weg", eher müsse laut Thierse ein Umdenken innerhalb der SPD stattfinden, um den "Identitätskern der Sozialdemokratie wieder sichtbarer zu machen".

Jetzt sollte die SPD den Moment des "tiefen Erschreckens" nutzen und sich grundlegend neu aufstellen. Solange dies nicht passiere, könne auch keine neue Personalentscheidung irgendetwas verbessern.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 03.06.2019, 9-12 Uhr

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