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Zu mehr Toleranz im Netz verpflichteten sich Google, Youtube und Co. bereits im Mai - richtig durchsetzen konnten sich die Regeln bislang nicht. Doch jetzt geht Youtube einen Schritt weiter: Das Videoportal wird in Zukunft entschlossener gegen Hassbotschaften und Diskriminierung vorgehen.

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Youtube hat sich zur Aufgabe gemacht, schärfer gegen Beiträge mit rassistischen und diskriminierenden Inhalten vorgehen. Das Unternehmen ergreift nun einen weiteren Schritt, um "Hassrede" auf seiner Plattform keinen Platz zu geben.

Diskriminierung wird verbannt

Videos, die behaupten, dass eine Gruppe gegenüber einer anderen grundsätzlich überlegen ist, würden in Zukunft "spezifisch verboten". Damit würde Diskriminierung, Abtrennung und Ausschluss auf der Basis von Eigenschaften wie Alter, Geschlecht, Rasse, Kaste, Religion, sexueller Orientierung oder Veteranenstatus von Youtube verbannt.

Regelung vor allem für die USA wichtig

Dazu gehören auch Videos, die die "Nazi-Ideologie verherrlichen oder glorifizieren" und "gut dokumentierte gewalttätige Ereignisse" wie den Holocaust oder den Amoklauf an der Sandy Hook Elementary School im US-Staat Connecticut im Jahr 2012 leugnen.

Diese Änderungen sind sehr wichtig für die USA, wo es - im Gegensatz zu Deutschland - nicht strafbar ist, den Holocaust zu bestreiten. Dort bleiben solche Ansichten unter Hinweis auf die Meinungsfreiheit oft auf den Online-Plattformen bestehen.

Die Richtlinien gegen Hassrede und diskriminierende Inhalte würden stetig aktualisiert, teilte der Tochterkonzern von Google vor einigen Tagen mit. Allein im vergangenen Jahr seien diese mehr als 30 Mal auf den neuesten Stand gebracht worden.

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Auch grenzwertige Inhalte sollen verschwinden

Auch Videos über grenzwertige Inhalte wie angebliche Wunderheilungen von ernsthaften Erkrankungen will Youtube ins Visier nehmen. Bis Ende 2019 solle dieses System auch in anderen Ländern eingeführt werden.

Darüber hinaus sollten Nutzern, die solche grenzwertigen Videos schauen, künftig Videos von vertrauenswürdigen Quellen wie etablierten Nachrichten-Kanälen vorgeschlagen werden.

Die EU-Kommission hatte sich bereits 2016 mit vier großen Online-Unternehmen - Facebook, Microsoft, YouTube und Twitter - auf einen freiwilligen Verhaltenskodex geeinigt. Mittlerweile haben weitere Netzwerke wie Snapchat das Papier unterschrieben.

Thema "Toleranz" am Mittwoch von 18 bis 20 Uhr im hr

Sendung: hr1, hr1- Koschwitz am Morgen, 19. Juni 2019, 6 Uhr

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