Eine Zecke krabbelt über ein Blatt
Zecken können Krankheiten übertragen Bild © picture-alliance/dpa

2018 gibt es so viele Zecken wie seit zehn Jahren nicht mehr. Da bleibt kein Wald und keine Grünfläche verschont - auch kein Fußballplatz. Das ergab eine bundesweite Erhebung, die auf und neben dem Rasen nach den kleinen Plagesteistern forschte.

Nicht nur auf der Liegewiese im Park oder am Fluss lauern die blutdurstigen Mini-Insekten, auch beim Sport muss man sich jetzt vor ihnen schützen. Zecken tummeln sich laut einer statistischen Erhebung scheinbar liebend gerne auch auf deutschen Fußballplätzen. 32 Sportgelände bundesweit wurden überprüft, sowohl die Spiel-Rasen als auch die umliegenden Anlagen waren von Zecken übersät. Am stärksten betroffen waren die Flächen in Nordrhein-Westfalen, Hessen rangiert auf Platz 8.

Statistik: Zecken auf Fußballplätzen
Bild © Pfizer/zecken.de

Gesucht haben die Forscher nach den kleinen Biestern mit einem weißen Laken, das über das Grün gestreift wird. Von dort lassen sie sich leicht ablesen und zählen. Mit dieser Methode können Sie übrigens auch Ihren eigenen Garten nach Zecken absuchen und möglist viele von ihnen entfernen. Zecken lauern an Grashalmen und strecken ihre Vorderbeine nach möglichen Wirten aus, an denen sie sich im Vorbeigehen festklammern können. Das tun sie auch mit dem Laken.

Zecken auf dem Fußballplatz
Bild © Pfizer/zecken.de

Zecken ziehen

Am besten ist es natürlich, wenn die Zecke gar nicht erst zum Stich kommt. Schützen kann man sich am besten mit heller Kleidung (darauf sieht man die Tierchen leichter), regelmäßigem Absuchen des Körpers und indem man sich von hohen Gräsern fernhält. Spezielle insektenabweisende Mittel können auch helfen, am besten aber ist Aufmerksamkeit. Kommt es dann doch mal zu einem Stich, sollte man die Zecke möglichst schnell entfernen.

Weitere Informationen

Zur Entfernung eignen sich Zeckenzangen, Zeckenkarten, Pinzetten und im Notfall sogar spitze Fingernägel. Damit greift man das Insekt möglichst weit unten am Kopf, nahe der Haut. Und dann - ganz wichtig - die Zecke herausziehen, nicht drehen und möglichst nicht den Hinterleib quetschen. Manchmal passiert es, dass der Kopf in der Haut verbleibt, was der Körper aber nach einiger Zeit von alleine regelt und den Kopf abstößt. Bei Unsicherheiten oder sich ausbreitenden Rötungen, sollten Sie dann doch einen Arzt aufsuchen.

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Kleine Tiere, große Gefahr

Zecken sind jedes Jahr aufs Neue wieder ein Thema: Sie saugen nicht nur menschliches Blut, sondern übertragen auch gefährliche Krankheiten. Die Borreliose etwa kann zu Fieber, Herzproblemen, Lähmungen oder sogar chronischen Gelenkentzündungen führen. Borreliose-Erreger leben im Darm der Zecke und treten je nach Region bei fünf bis 35 Prozent der Tiere auf. Eine Impfung gegen die sogenannten Borellien gibt es nicht.

Impfen kann man allerdings gegen das FSME-Virus, das bis zu zwei Prozent der Zecken in Risikogebieten übertragen. Vor allem Süddeutschland ist davon betroffen. In Hessen sind der Süden, Osten und der Landkreis Marburg-Biedenkopf als Risikogebiete ausgewiesen. Die Krankheit kann zu Entzündungen der Hinhaut, des Gehirns und des Rückenmarks mit Langzeitschäden führen, im schlimmsten Fall sogar tödlich enden.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 4. Juli 2018, 10 Uhr

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