Bruce Springsteen bei einem Konzert in Madrid 2016.

Wussten Sie, dass Springsteen mit Wolfgang Niedecken befreundet ist oder kennen Sie den Entdecker des Boss'? Den Hintergrund dazu und mehr kuriose Fakten gibt es hier.

1. Der Träumer

Wenn Springsteen den Kopf frei bekommen will, dann setzt er sich auf seine Harley und fährt von seinem Anwesen in New Jersey an die Atlantikküste nach Point Pleasant. Dort setzt er sich auf einen Fels, schaut aufs Meer, beobachtet die Rentner am Strand, Surfer, Schulkinder und träumt sich weg.

2. Das Album in den Swimmingpool

Am Album "Born To Run" hat Bruce mehr als ein halbes Jahr gearbeitet. Es war eine schwere Geburt, Springsteen war sehr verunsichert über die Qualität seiner Musik. Als die Platte endlich fertig war, hat er das erste Probeexemplar abgehört und in den nächsten Swimmingpool geworfen. "Ich konnte das Album nicht freigeben. Ich hatte einfach nur Angst und war total alle, ich hatte nichts mehr zu geben", erinnert er sich. "Born To Run" wird sein Durchbruch in den USA und weltweit.

3. Der Kumpel Niedecken

Ein musikalischer Kumpel in Deutschland ist Wolfgang Niedecken. Springsteen holt ihn bei Konzerten hierzulande gerne als Gast auf die Bühne. Die beiden haben sich 1995 kennen gelernt, als Niedecken für die ARD ein Interview mit Bruce in New York gemacht hat. Danach hat Springsteen Niedecken und seine Band für einen Videodreh in Berlin engagiert, für den Song "Hungry Heart".

Springsteen und Niedecken singen in ein Mikrofon

4. OP an der Wirbelsäule

Auch der "Boss" wird älter: 2013 musste er an der Halswirbelsäule operiert werden. Die Operation wurde durch den Hals von vorne durchgeführt – an seinen Stimmbändern vorbei! Wenn da was schiefgelaufen wäre, hätte das wohl sein Karriereende bedeutet.

5. Vom Bob Dylan-Entdecker entdeckt

1972 macht Bruce Springsteen den entscheidenden Schritt in seiner Musikerkarriere. Nur mit einer akustischen Gitarre unterm Arm betritt er das Büro des Managers John Hammond, der unter anderem schon Bob Dylan entdeckt hat. Springsteen spielt etwa eine halbe Stunde für Hammond. Der ist so begeistert, dass er am liebsten gleich einen Plattenvertrag abschließen möchte. Doch erst muss er wissen, wie der 22-Jährige auf der Bühne wirkt. Noch für den selben Abend wird ein kleiner Clubauftritt organisiert. Gerade mal zehn Zuschauer erleben den kurzen Auftritt – für John Hammond ist danach alles klar.

6. Vom Background-Gesang bis zur Pferdefarm

Patti Scialfa, die Liebe seines Lebens, ist viele Jahre erst mal "nur" Springsteens Backgroundsängerin. Anfang der 80er sieht Bruce Springsteen sie zum ersten Mal in einem Club in New Jersey, ihre Stimme gefällt ihm sofort. Kurz vor Beginn der "Born In The USA"-Tour 1984 lädt Bruce die Sängerin zu Proben ein und engagiert sie dann vom Fleck weg. Patti Scialfa wird das erste dauerhafte weibliche Mitglied der E Street Band, die damit "den Boys Club sprengt“, wie der Boss später sagt. Bei der "Tunnel Of Love"-Tour 1988 ist es dann soweit: Die beiden verlieben sich und heiraten 1991. Heute haben sie drei Kinder und leben auf einer Pferdefarm in New  Jersey.

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Hörbuch-Tipp: Die Springsteen-Autobiografie "Born to Run"

Der Boss ein von Oma verhätschelter Egoshooter, das Leben geprägt von Alltäglichkeiten in der amerikanischen Provinz. Wer wissen will, wie und warum  aus dem pickeligen Pubertier der große Bruce Springsteen wurde, erfährt das in der mitreißenden Autobiografie "Born to Run". Zugegeben, die Art, wie Thees Uhlmann das Hörbuch liest, ist anfangs ein bisschen gewöhnungsbedürftig. Doch wenn man sich drauf einlässt, ist das sehr authentisch – wahrscheinlich genau so, wie der Boss es lesen würde.

Bruce Springsteen: "Born to Run"
Gelesen von Thees Uhlmann
3 MP3-CDs, ca 1073 Minuten
Verlag: Random House Audio
ISBN: 978-3-8371-3671-5
14,99 €
Und wer lieber lesen statt hören will:
"Born to run" (Gebundene Ausgabe)
Heyne Verlag, 672 Seiten
ISBN-10: 3453201310
27, 99 €

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7. Zwölf aus 80

Für das Album "Born In The USA" soll Bruce Springsteen mehr als 80 Songs geschrieben haben, zwölf schaffen es am Ende aufs Album.

8. Habla español

Der Boss singt auch auf Spanisch: Seine südamerikanischen Fans hat er mit einem spanischen Song überrascht. "Sólo Le Pido A Dios" heißt der Song, zu Deutsch: "Nur um das eine bitte ich Gott". Geschrieben hat ihn Leon Gieco, einer der bedeutendsten Liedermacher Argentiniens. Gesungen hat "Sólo le Pido A Dios" auch die argentinische Sängerin Mercedes Sosa, unter anderem 1988 während eines Konzertes der Menschenrechtsorganisation "Amnesty International". Bruce Springsteen stand bei dem Konzert auch auf der Bühne. Der Song hat ihn so fasziniert, dass er ihn von Mercedes Sosa gelernt hat. Eigentlich wollte er das Stück bei einem Konzert in Buenos Aires spielen, er sei aber nicht genug vorbereitet gewesen, hat er später verraten. Aber das Lied liegt ihm offenbar so am Herzen, dass er danach eine Akustikversion auf seiner Homepage gepostet hat.

9. Die Entschuldigung für die Schule

Dass Springsteen gerne lang und ausgiebig live spielt, ist hinlänglich bekannt. Bei einer Show in Los Angeles brachte er es gar auf dreieinhalb Stunden Spielzeit! Im Publikum an diesem Abend war auch der neunjährige Xabi Glovsky. Damit der Schuljunge am nächsten Morgen ausschlafen konnte, hatte er sich etwas besonderes ausgedacht. Er hielt ein Schild hoch mit der Aufschrift "Bruce, I will be late to school tomorrow. Please sign my note :)" – "Bruce, ich komme morgen zu spät in die Schule, bitte schreib mir eine Entschuldigung!" Der verantwortungsvolle "Boss" ließ den kleinen Xabi hinter die Bühne holen und schrieb an die Lehrerin: "Liebe Ms. Jackson, Xabi war lange unterwegs, rocken und rollen. Bitte entschuldigen Sie ihn, falls er sich verspätet". Gelohnt hatte sich die Entschuldigung jedenfalls: Xabi erschien am nächsten Tag nämlich erst um viertel vor elf in der Schule.

10. Ein Rock'n'Roller an der Uni

2011 hat sich Springsteen an der Elite-Universität Princeton eingeschrieben und dort Musik, Amerikanische Geschichte und Naturwissenschaften studiert. Er wurde dort behandelt wie alle anderen Studenten auch – lediglich einen Stellplatz für sein Auto hat ihm die Verwaltung zugebilligt.

Sendung: hr1, hr1-Koschwitz am Morgen, 22. August 2019, 6 Uhr.

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