Werner Reinke hat unglaubliche Geschichten erlebt - manchmal auch im Schlaf: Bei seinem jüngsten Traum ging es natürlich um Musik - und um seine Mutter, die ihm zu einem Hit verhelfen wollte. Eine Hilfsaktion der anderen Art startete der R&B-Sänger Eli "Paperboy" Reed. Außerdem gratuliert Werner zwei ehrenwerten Jubilaren.

Der Albtraum des DJs Werner R.:

Schweißgebadet wachte ich auf, von meiner eigenen Stimme geweckt, die immer noch ein gequältes "Mamaa!" rief. Was war passiert? 

In meinem Traum war mir meine Mutter erschienen, und es ging - natürlich - um Musik. Aber anders als bei Paul McCartney, dem seine Mama milde sagte: "Lass es geschehen, alles wird gut!", stellte meine Mutter Forderungen auf: "Ich hab' ein Lied geschrieben, Junge!", sagte sie. "Das wird ein Hit! Hör mal: Schuubi Duubi Duup, wo ist denn mein Bub? Schuubi Duubi Daa, ach da ist er ja!"

Wie findest Du das?"

"Mama, hör auf mit dem Quatsch!"

"Wieso denn? Du kennst doch all die großen Sänger! Den Maffay, den Lindenberg, den Niedecken und all die anderen. Das erzählst du doch immer! Laß das doch mal einen von denen singen!"

"Neiiin!"

"Warum denn nicht?"

"Mamaaaaaaa!"

Schweißgebadet fragte ich mich nach dem Erwachen, woher so ein Quatsch im Traum kommt. Die Lösung lag auf der Hand. Erstens hatte ich im Ostern-Lockdown mal wieder Loriots Kultfilm "Ödipussi" gesehen, und zweitens hatte mir Lidia die Geschichte von diesem Song erzählt, den wir am Samstag senden werden... .

Eli "Paperboy" Reed und seine außergewöhnliche Hilfsaktion

Es gab eine Zeit, in der Musiker - darunter spätere Berühmtheiten - ins Tonstudio gingen, ihre eigenen Kompositionen sangen und dafür ein paar lumpige Dollar auf die Hand bekamen. Wenn’s dann ein Riesenhit wurde, strichen andere den Lohn der Kreativität ein. Die Musiker mußten sich weiter mit Auftritten durchschlagen. Ein besonders dramatischer Fall ist der R&B-Sänger Johnny Adams. Dessen Witwe Judy und ihre Tochter haben nichts mehr von Johnnys Ruhm. Im Gegenteil: Ihr Haus wurde von der Sommerflut weggerissen, und sie vegetieren in den Tag hinein. Was kann man tun?

Unser alter Freund Eli "Paperboy" Reed hilft. Er bringt einen Johnny-Adams-Song in seiner Version neu heraus, und alle Einnahmen aus Verkauf sowie Radio-, Fernseh- und Internet-Tantiemen gehen an Judy und ihre Tochter. Hilfe zur Selbsthilfe, perfekt vorgelebt. Wir spielen den Song. Nicht nur, aber auch am Samstag.

Ein Hoch auf Herbert...

Herbert 65? Kann nicht sein! Doch, es stimmt: Nur 6 Tage nach Thomas Koschwitz kam Herbert Grönemeyer zur Welt. Von Thomas wissen wir viel (Happy Birthday nochmal!), von Herbert auch. Aber nicht alles. Wie er mit seinem Privatleben und mit den Eitelkeiten des Alltags umgeht, hat er Lidia erzählt.

Und noch ein ehrenwerter Jubilar...

Neun Jahre und 364 Tage vor Herbert wurde ein ganz, ganz großer geboren: Reverend Al Green. Wenn Präsident Obama schon in aller Öffentlichkeit versucht hat, einen seiner Songs nachzusingen, nur um diesem großen Mann zu huldigen, dann können, müssen, sollen auch wir seinen 75. Geburtstag vorfeiern… 

Die Reinkarnation des Banditen Ben

"High Noon" - "12 Uhr mittags". Welch ein Filmklassiker. Marshall Kane alias Gary Cooper gegen den Banditen Ben Miller, der ihm Rache geschworen hat, weil Kane ihn für fünf Jahre ins Gefängnis gebracht hat. Wer der Film einmal gesehen hat, wird den rachelüsternen Gesichtsausdruck des Gangsters nie vergessen. Daß dieser Schauspieler wenig später in Verbindung gebracht wird mit einem einäugigen fliegenden menschenfressenden lila Einhorn: Wer hätte das gedacht? Lidia Antonini hat’s gewußt. Klar, denn sie ist ja die Redakteurin der Sendung.

Text: Werner Reinke