Exklusivität wird auf dem roten Teppich groß geschrieben.
Exklusivität wird auf dem roten Teppich groß geschrieben. Bild © picture-alliance/dpa

Der rote Teppich - ohne ihn geht auch bei der Berlinale 2019 nichts. Wenn am 7. Februar wieder die Tore zu den Internationalen Filmfestspielen in der deutschen Hauptstadt geöffnet werden, darf die in Purpur eingefärbte Auslegeware natürlich nicht fehlen. Doch warum ist der Teppich eigentlich rot?

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Der rote Vorleger ist der Inbegriff von Ruhm, Ehre, Macht, Glanz und Glamour. Und über diesen edlen Läufer flanieren nicht nur die Stars und Sternchen der Filmbranche gerne. Bis heute steht ein purpurfarbener Teppich nämlich allgemein für Hochachtung und Respekt, daher werden auch Staatsoberhäupter und Diplomaten so empfangen. Somit wird deutlich, weshalb die große Prominenz bei jeder Preisverleihung stolz über einen roten Teppich läuft.

Die Farbe der Reichen und Mächtigen

Doch aus welchem Grund wird eigentlich immer ein roter Teppich ausgerollt? Die Antwort ist recht simpel: Purpur, ein Farbstoff der in zahlreichen Nuancen zwischen Rot und Blau vorkommt, galt einst als teuerster Farbstoff der Welt. Er war bereits im alten Rom in seiner stark rot leuchtenden Ausführung nur Würdenträgern, Senatoren und Kaisern vorbehalten. Bis heute ist Rot zudem die offizielle Farbe der Kardinäle.

Auch siegreiche Feldherren des Römischen Reiches trugen als Zeichen ihres Triumphes und ihrer Überlegenheit Gewänder, die mit Purpur rot eingefärbt waren. So entwickelte sich die rote Farbe schnell zu einem Statussymbol, das sich nur die Reichen und Mächtigen leisten konnten. Für alle anderen war der Farbstoff schlicht nicht bezahlbar.

Phönizier waren die ersten Färbe-Meister

Gewonnen wurde das Purpur aus dem Drüsensekret der sogenannten Purpurschnecke, die im Mittelmeer und im Nordatlantik beheimatet ist. Die Phönizier sollen die ersten gewesen sein, die Stoffe mit dem natürlichen Farbstoff eingefärbt haben. Dabei kochten sie bereits im 8. Jahrhundert v. Chr. einen Sud aus Salzwasser, Urin und eben den Drüsen der Schnecken, um Textilien in den unterschiedlichsten Purpur-Tönen einzufärben.

Dies war eine recht aufwändige Prozedur, da die Schnecken lebend gefangen werden mussten. Zudem waren für lediglich ein Gramm des dunkelsten Purpur-Tons rund 10.000 Tiere nötig. Doch die Farbleistung war enorm: bis zu ein Kilogramm Wolle konnten damit eingefärbt werden.

Rot als "Farbe der Götter"

Auch in der griechischen Tragödie "Agamemnon" fand der rote Teppich bereits Einzug: Es heißt, dass Agamemnon, der Heerführer der Griechen, bei seiner Heimkehr vom Trojanischen Krieg von seiner Ehefrau Klytämnestra mit einem roten Teppich empfangen wurde.

Da Rot aber als "Farbe der Götter" galt, weigerte er sich, den edlen Stoff zu betreten. Seine Frau überredete ihn letztendlich aber doch. Und das Unheil nahm seinen Lauf: Der rote Stoff bahnte Agamemnon den Weg bis zu genau der Tür, hinter der er selbst ein blutiges Ende fand. Seine Frau erschlug ihn mit einer Axt, da sie so den Tod der gemeinsamen Tochter Iphigenie rächen wollte.

Die Promis der Berlinale wird dieses grausige Schicksal glücklicherweise nicht ereilen. Für Florian David Fitz, Matthias Schweighöfer und Co. ist der Gang über den roten Teppich schließlich eine gute Gelegenheit, sich ausgiebig bestaunen und fotografieren zu lassen.

Sendungsbezug: hr1, hr1 Koschwitz am Morgen, 7. Februar 2019, 5 Uhr

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